Wie Schall übertragen wird

Schallwellen brauchen zur Ausbreitung ein Medium, zum Beispiel Luft, Mauerwerk oder Eisen. Je nach Material wird Schall aber unterschiedlich gut übertragen. Der Mensch ist vor allem an die Schallübertragung durch die Luft gewöhnt: beim Sprechen, Musikhören, dem Surren des PC-Lüfters etc. Das Fehlen eines Übertragungsmediums bewirkt, dass es im beinahe teilchenleeren Weltall absolut still ist. Wäre dies nicht der Fall, könnten wir die Sonne nicht nur sehen, sondern auch die gewaltigen Eruptionen auf der Oberfläche hören!

Die Kriterien für den hörbaren Ton

 

Überblick über die 3 Schall-Arten

Luftschall sind Schallwellen, die sich über die Luft ausbreiten. In der Physiologie spricht man von Luftleitung. Im engeren Sinn wird der Begriff „Luftschall“ für den Frequenzbereich des menschlichen Gehörs verwendet, der bei etwa 16 Hz beginnt und je nach Alter bei höchstens 20 kHz endet.

Körperschall ist Schall, der sich in einem Festkörper ausbreitet. Das umfasst so unterschiedliche Phänomene wie Erschütterungen und Erdbeben, die Übertragung von Schwingungen in Gebäuden, Fahrzeugen, Maschinen usw. oder auch die zur Werkstoffprüfung eingesetzten Ultraschallwellen. Körperschall kann durch den Menschen vor allem bei tiefen Frequenzen taktil wahrgenommen werden. Hörbar ist nur der durch den schwingenden Festkörper abgestrahlte Luftschall.

Trittschall ist der Schall, der durch die Bewegung von Menschen auf einem Fußboden oder durch den Betrieb einer Waschmaschine oder anderer Haushaltsgeräte entsteht. Dieser Schall wird durch Körperschallübertragung in einem Raum, der daneben, darunter oder darüber liegt, wahrgenommen.

 

Schallübertragung von Raum zu Raum

Eine Schallquelle in einem Raum überträgt den Schall in einen angrenzenden Raum über verschiedene Arten. Einerseits treffen die Geräusche von der Schallquelle als Luftschall auf eine Wand. Die Wand gibt den Schall als Körperschall weiter. Eine Schallübertragung erfolgt zusätzlich über eine Flankenübertragung der Seitenwand. In diesem Fall gibt die Seitenwand den Schall als Körperschall weiter.

Schallübertragung von Leitung zu Wand

In dargestellten Fall wir der Schall von der Leitung zur Wand über 2 Arten übertragen:
Durch die direkte Verbindung über eine Rohrschelle wird der Schall als Körperschall übertragen. Die Leitungsgeräusche werden zusätzliche über den Luftschall auf die Wand übertragen. Die betroffene Wand übertragt den eintreffenden Körper- und Luftschall als Körperschall weiter.

SIA 181 – Schallschutz im Hochbau

Die SIA 181 definiert folgende Begriffe: Luftschall, Trittschall, Körperschall, Geräusche haustechnischer Anlagen und fester Anlagen im Gebäude. Weiterhin legt diese die Werte für die Mindestanforderungen und erhöhten Anforderungen an den Schallschutz im Hochbau verbindlich fest. Der Entscheid, ob der Schallschutz bei einem Gebäude oder Bauteil eingehalten wurde, kann über einen Lärmmessung erfolgen.

 

Anforderungsstufen nach SIA 181

AnforderungsstufeBeschrieb
MindestanforderungenSchallschutz, der lediglich erhebliche Störungen verhindern mag
Erhöhte AnforderungenSchallschutz, bei dem sich ein Grossteil der Menschen behaglich fühlt. Diese Anforderung gilt zwingend für Doppel- und Einfamilienhäuser und bei Stockwerk-Eigentum.
Spezielle AnforderungenSchallschutz bei besonderen Nutzungen oder bei besonderen Schallschutzansprüchen. Hier wird in erheblichem Mass von den o.g. genannten Werten abgewichen. Für die speziellen Anforderungen sind in jedem Fall die Mindest- und erhöhten Anforderungen zu erfüllen.

Beachte: Die Anforderungsstufe ist mit dem Auftraggeber vertraglich zu vereinbaren.

 

Lärmempfindlichkeit nach SIA 181

LärmempfindlichkeitBeschreibung der Raumnutzung
geringRäume für vorwiegend manuelle Tätigkeit; Räume, welche
von vielen Personen oder nur kurzzeitig benützt werden.
mittelRäume für Wohnen, Schlafen und für geistige Arbeiten.
hochRäume für Benützer mit besonders hohem Ruhebedürfnis.
Beispiele: spezielle Ruheräume in Spitälern und Sanatorien, spezielle Therapieräume mit hohem Ruhebedarf, Lese-, Studierzimmer.

Beachte: Die Anforderungsstufe ist mit dem Auftraggeber vertraglich zu vereinbaren.

 


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